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Trainingslager in Inzell 2012

Alle Jahre wieder

26.11.2012 |


Wie jedes Jahr fuhr die Abteilung Ju-Jutsu des TSV Vaterstetten über das Wochenende vom 9. bis zum 11. November 2012 ins Trainingslager nach Inzell, um dort zwei Tage lang zusammen mit den Ju-Jutsukas aus Aschau und Landsberg intensiv zu trainieren. Am Freitagabend trafen wir, die Vaterstettener, uns vor der TSV-Halle und fuhren in Fahrgemeinschaften los gen Süden. Gegen 19 Uhr angekommen, packten wir unsere Sachen aus und gingen ins hauseigene Kellerstüberl, um Musik zu hören, Karten zu spielen und noch eine Kleinigkeit zu Essen & Trinken. Der Samstag begann gleich mit Einblicken in andere, je nachdem artverwandte Kampfsportarten.

Als Erstes führte uns Barbara in das chinesische Wing-Chun ein. Das fiel uns ab & an sehr schwer, weil sich Ju-Jutsu und Wing-Chun in ihren Prinzipien teilweise doch deutlich unterscheiden. Die Art des Wing-Chun, die uns Barbara beibringen wollte, hatte die Grundlage, den Gegner nicht merken zu lassen, dass seine Technik gerade gekontert wird, da man ihm zunächst ein gutes Gefühl gibt, wenn man seinem Schlag ausweicht. Danach gings mit den Grundlagen des JKD weiter. mit Andi Pfingstl aus Aschau erklärte uns dabei wie man einen Angriff (zer)stört, also den angreifenden Arm des Gegners direkt attackiert und wie man den Schlag des Gegners im Keim erstickt, in dem man eine so genannte "Interception" (=Unterbrechung) ausführt. Nach der Mittagspause lernten wir einen Kali-Stil kennen, ein Kampfsport, den ich auf Anhieb mochte. Schon allein die Verteidigungsstellung, die man in Kali einnimmt, sieht super aus: Man hält die Hände hinter den Ohren und die Ellenbogen weit auseinander -in einer natürlichen Haltung. Dagegen werden im Ju-Jutsu die Ellenbogen nah am Körper und die Fäuste auf Kopfhöhe schützend nach vorne positioniert. Die Abwehrhaltung des Kali-Stils ist für Angriffe aus der weiteren Distanz sehr praktisch. Für Nahkampfsituationen eignet sich die Verteidigungsstellung des Ju-Jutsus allerdings besser. Die Kali-Verteidigungsstellung ermöglicht Ohrfeigen, so genannte Power-Slaps, deren Bewegungsablauf dem Werfen eines Balls oder dem Aufschlag beim Tennis gleicht und somit auch für Ungeübte leichter umsetzbar sind. Zur "Entspannung" gab es als Trainingstagabschluss noch Yoga.

Obwohl wir alle intensiv Kampfsport betreiben, mussten wir feststellen, dass wir in vielen Situationen doch sehr unbeweglich sind. Inzwischen auch traditionell ist am Samstagabend der Sauna-Abend, denn in Inzell gibt es ein sehr schönes Sauna- Paradies mit Dampfbad, römischer und flämischer Sauna. Es gab zweimal einen Aufguss, der so einige ins übermäßige Schwitzen brachte. Der Sonntag begann mit einer Einheit Bodentechniken bei Ismail. Als Außenstehender würde man Bodenkampf mehr als Gruppenkuscheln bezeichnen, allerdings merkt man als Aktiver, dass das ein ziemlich anstrengender Bereich im Ju-Jutsu ist. Durch die deutlich geringer Verletzungsgefahr verglichen mit Atemi-Sparings, ist ein höhere Trainingsintensität möglich, was auch den letzten zum Schwitzen bringt. Nach dieser Stunde haben die meisten ihre letzten Kraftreserven schon (fast) aufgebraucht, doch es war noch nicht genug, denn jetzt kam Crossfit mit Shy-Horng: Fitnessstudio ohne Fitnessgeräte, also Liegestützen, Sit-Ups und Kniebeugen in allen möglichen Variationen und zum krönenden Abschluss ein Tabata-Workout, das heißt 20 Sekunden Liegestützen, 10 Sekunden Pause und das 7 mal hintereinander und dann weiter mit Sit-Ups, etc. im Ganzen waren es ja nur vier Übungen, also 16 Minuten.

Insgesamt war das Trainingslager sehr hilfreich. Und auch wenn so ein Wochenende wirklich wirklich anstrengend sein kann hat es doch viel Spaß gemacht!